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Taiwan-Rundreise auf eigene Faust: 7 Tage ✈ Komm mit nach woanders

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Taiwan-Rundreise auf eigene Faust: 7 Tage zwischen Taipeh & Kaohsiung

Taiwan ist eine unglaublich vielseitige Insel. Selbst mit wenig Zeit kannst Du hier viel sehen und erleben. Auf meiner Taiwan-Rundreise habe ich die Insel in 7 Tagen auf eigene Faust erkundet – zwischen Taipeh im Norden und Kaohsiung im Süden. Dank Schnellzügen, spontanen Erkundungen zu Fuß und mit den Öffis plus organisierten Tagesausflügen zeige ich Dir entlang meiner Reiseroute, wie Du den kompakten Inselstaat selbst entdecken kannst: Tempel, Streetfood, Natur und Großstadtleben – ohne täglich umzuziehen. Eine Reise für Neugierige, Genießer und Zug-Fans. Kommst Du mit?

Ein Wort vorab zu Reisezeit und -dauer

Nachdem die politische Situation in Taiwan zunehmend (oder dauerhaft?) instabil ist, wollte ich unbedingt jetzt hierher reisen. Auch wenn das bedeutet, dass diese Reise Ende Januar mitten in den taiwanischen Winter fällt – nicht die allerbeste Reisezeit.. 

Es ist feucht, oft neblig und die Luft fühlt sich kühler an, als es das Thermometer behauptet. Damit ist es für manche Ziele im Hochland leider zu kalt oder zu gefährlich durch Erdrutsche und Straßensperrungen. Deshalb habe ich meine Route auf die beiden großen Ballungszentren – Taipeh im Norden und Kaohsiung im Süden – beschränkt. Von hier aus lassen sich viele Highlights gut per Zug, Öffis oder Bus erreichen.

Mit mehr Zeit und zu einer anderen Jahreszeit wäre ich deutlich länger geblieben. Besonders das Hochland rund um den Sonne-Mond-See reizt mich – ebenso die Ostküste und die dortigen indigenen Kulturen. Auch Schnorcheln und Baden im Norden und Süden wären dann unbedingt auf meiner Reiseliste. 

Wenn es bei Dir zeitlich und klimatisch drin ist, halte ich zwei oder sogar drei Wochen ideal für eine Taiwan-Rundreise. Doch jetzt machen wir beide erstmal das Beste aus den 7 Tagen, die wir hier haben.

Tag 1-3: Die Hauptstadt Taipeh

1. Tag: Ankommen und historische Stadtführung

Früh am Morgen landen wir in Taipeh. Nach 11 1/2 Stunden Flugzeit sitzt uns erstmal der Jetlag in den Knochen. Immerhin: Die Orientierung fällt leicht. Am Flughafen folgen wir einfach der lilanen Linie, die uns direkt zur MRT-Metrolinie führt. Bargeld und Tickets gibts an diversen Automaten – und für 150 Taiwan-Dollar, etwas über 4€ – erreichen wir in 40 Minuten die Taipei Main Station.

(Neu hier? Ich habe da so eine Angewohnheit: Als LeserIn beziehe ich Dich gerne in meine Abenteuer mit ein und schreibe oft „wir“. Dir ist das zu direkt? Na, dann lerne mich doch erstmal kennen – und entscheide später, ob Du Taiwan wirklich mit mir erkunden möchtest.)

Unsere Unterkunft, das Star Hostel Taipei Main Station, liegt nur wenige Gehminuten nördlich vom Hauptbahnhof. Diese Lage ist einfach top: Von hier aus erreichen wir mehrere hippe Ecken und Altstadtviertel zu Fuß oder mit der Taipei Metro – ideal zum also fürs unkomplizierte Erkunden.

Eine Stadtführung zum Einstieg

Und so erkunden wir heldenhaft zunächst den beeindruckenden Komplex der Chiang Kai-shek Memorial Hall. Zu jeder vollen Stunde findet vor der Gedenkhalle des umstrittenen Politikers ein Wachwechsel statt – gut choreografiert, etwas martialisch. Immerhin schlafen wir beim vehementen Aufstampfen der Metallsohlen nicht ein …

Danach haben wir einen kostenlosen Rundgang gebucht, der täglich um 10:30 und 14 Uhr stattfindet und etwa 2,5 Stunden dauert: 228 Peace Memorial Park, der Präsidentenpalast, der Inner City Market, die Zhongshan Hall, das Red House-Theater und der hippe Stadtteil Ximending sind Teil der Route.

Zugegeben: Von dem, was unser Stadtführer so erzählt, bekomme ich nur etwa 20% mit. Zu müde schaue ich drein (und ich glaube, Dir geht’s nicht anders). Trotzdem ist so eine Tour ein gutes Geheimrezept, um bei Jetlag wach zu bleiben. 

Schon an diesem ersten Tag unserer Taiwan-Rundreise fällt mir auf, wie freundlich und hilfsbereit die Menschen in Taipeh sind. Obwohl über 2,5 Millionen Menschen hier leben, ist es überraschend ruhig. Niemand hupt. Die Verkehrsströme wirken fast unwirklich geordnet, man nimmt Rücksicht aufeinander. Geduldig wird in Schlangen gewartet – vor allem auf Essen, doch ebenso im Tempel, im Supermarkt oder in den Öffis. Ich kann’s kaum erwarten, morgen mehr von der Stadt zu sehen!

Hier sind drei Ferienwohnungen und Hostels in Taiwan, die ich jederzeit wieder buchen würde.

  • Unterkunft-Tipp Taipei: Speisesaal im Star Hostel Taipei Main Station
    €-€€

    Star Hostel Taipei Main Station

    Stylisches Hostel in Taipeh mit Privatzimmern und leckerem Frühstück.
  • €€€

    Blue Moss Residence

    Geräumige Ferienwohnung mit 4 Betten für Familien oder Freunde.
  • Taiwan-Rundreise: Unterkunft in Kaohsiung
    €€

    棚棚屋 小空間住藝術 室內帳篷民宿-Inn

    Geräumige Suite mit Balkon, cooler Ausstattung und Snacks inklusive.

Übrigens: Dieser Artikel enthält Empfehlungslinks, die Dich nichts kosten und mir eine kleine Provision bringen können. Erfahre mehr dazu in meiner Datenschutzerklärung.

2. Tag: Altstadt, Tempel und Vintage-Shopping + Streetfood-Tour

Nachdem wir am frühen Abend brav schlafen gegangen sind, wachen wir nach gut zehn Stunden Tiefschlaf richtig erholt auf. Heute erkunden wir Taipeh auf eigene Faust und starten mit einem Altstadt-Rundgang durch das nördliche Wanhua-Viertel – einen der ältesten Teile von Taipeh. Dafür holen wir uns am Hauptbahnhof ein MRT-Tagesticket und fahren mit der Metro zur Haltestelle Longshan Temple.

Der Longshan-Tempel wirkt erstaunlich irdisch: Orakel werden befragt, für verschiedene „Leistungen“ gibt es feste Abläufe und ein Bezahlsystem. Taiwaner opfern Lebensmittel und Blumen. Spiritualität ist in Taiwan Teil des Alltags – vom Teenager über Familien mit Säuglingen bis hin zur gebückten Omi mit ihrem rosa Einkaufswägelchen.

In der Herb Lane gleich nebenan holen wir uns einen frisch gebrauten, geeisten Kräutertee. (Nimm bitte nicht den bitter tea – der schmeckt einfach zu krass gesund!) Danach schlendern wir vorbei am historischen Bopiliao-Komplex weiter zum Bangka Qingshan-Temple und schließlich zum Qingshui-Tempel. Dazwischen liegen kleine Gassen mit Märkten, frischen Zutaten und jeder Menge Streetfood.

Am Nachmittag fahren wir mit der MRT zur Station Zhongshan im hippen Datong-Viertel. Hier bummeln wir durch kleine Läden und gehen Vintage shoppen. (Dass ich dabei ausgerechnet ein wunderschönes, allerdings ziemlich sperriges Cord-Hemd finde, das kaum in meinen Rucksack passt, lassen wir mal unkommentiert.) Rund um Zhongshan gibt es außerdem viele süße Cafés und Streetfood-Stände, an denen z. B. frische Mochi zubereitet und direkt auf die Hand verkauft werden. Lecker!

Von Stand zu Stand: Streetfood-Tour in Taipeh

Taiwaner essen leidenschaftlich gern. Sie diskutieren beim Essen über das nächste Essen. Sie sind neugierig. Entsprechend riesig ist auch das Angebot an verschiedensten Leckereien. Weil wir genauso sind, fühlen wir uns hier natürlich sofort wohl.

Gut zu wissen: Montags und dienstags haben viele Essensstände geschlossen. Häufig findest Du Essensstände und Foodmärkte in Taiwan in der Nähe von Tempeln. Klar – vor oder nach dem Besuch braucht man ja auch etwas zu essen. Achte auf die Laternen an den Straßen. Sie führen Dich meist direkt zum Tempel und damit auch zu Deiner nächsten Mahlzeit.

Diese und andere Infos erzählt uns Tourguide Cornelia während unserer Streetfood-Tour. Meine persönlichen (vegetarischen) Lieblingsgerichte waren:

Meine kulinarischen Highlights in Taiwan:

  • Bao-Buns mit 1.001 Füllung: Diese kleinen Dampfnudeln sind eine perfekte Zwischenmahlzeit mit Suchtpotential. Deftig gefüllt mit Bambussprossen, grünem Blattgemüse oder Kürbis – oder süß mit schwarzem Sesam, Taro-Wurzel oder rotem Bohnenmus. Frisch auf die Hand kosten sie etwa 1,50 € pro Stück.
  • Bao Burger: traditionell mit Schweinebauch, Koriander und eingelegtem Gemüse serviert. Die vegetarische Variante kommt auch gut ohne Fleisch aus und schmeckt sauer-frisch mit viel grünem Gemüse.
  • 7-Eleven-Snacks: In Taiwans beliebtester Minimarkt-Kette gibt es einzigartige Kleinigkeiten: Tortilla-Chips mit Koriander-Geschmack, grüne Mango-Eisriegel oder ungesüßter Oolong-Eistee direkt aus dem Kühlregal.
  • Soup Dumplings (Xiao Long Bao): Diese mit heißer Brühe gefüllten Teigtaschen sind etwas Besonderes. Allerdings gibt es sie meist mit Schweinefleisch. Bei der taiwanischen Restaurantkette Din Tai Fung findest Du allerdings eine vegetarische Variante.
  • Scallion Pancake: Frittierte Pfannkuchen mit Spiegelei, Frühlingszwiebeln, gemahlenem Pfeffer und frisch geriebener Gurke.
  • Oolong-Tee in allen Varianten: geeist, warm, mit Tapioka-Perlen oder als Milk Tea. Taiwan produziert diese leckere Teesorte und bereitet sie auch entsprechend lecker zu.
  • Ayu-Jelly: eine Art wenig süße Zitronenlimonade mit dem Gelee der taiwaner Wintermelone – schmeckt wie Mojito ohne Alkohol
  • gefüllte Küchlein mit roter Bohnenpaste oder Vanillepudding

3. Tag: Das moderne Taipeh und Taipeh 101

Egal welchen Eingang Du nimmst: Es führt immer ein Aufzug in den 5. Stock. Hier liegt das Besucherzentrum, der Empfangsbereich für den Aufstieg zum Observatorium. 

Immerhin 508 Meter hoch ist das bambusförmige Gebäude. Von 2004 bis 2010 war es sogar das höchste der Welt. Heute zählt es noch immer zu den ikonischsten Wolkenkratzern Asiens – und ist damit einen Besuch wert. 

Es gibt zwei Aussichtsmöglichkeiten: die reguläre Plattform im 89. Stock und die exklusivere im 101. Stock. Vor Ort kostet der 101. Stock umgerechnet rund 80 Euro, der 89. Stock etwa 16 Euro. Ich habe den Eintritt für beide Etagen vorab online für rund 26 Euro gebucht. Ein wenig Recherche vorab lohnt sich also definitiv.

Mit bis zu 1.010 Metern pro Minute gehört der Aufzug zu den schnellsten der Welt. In knapp 37 Sekunden schießt er vom Erdgeschoss hinauf in den 89. Stock. Auch wenn er den Druckausgleich vornimmt: Ein leichtes Ohrenknacken bleibt. Oben angekommen, hast Du im 89. Stock freie Sicht in alle Richtungen und kannst so lange bleiben, wie Du möchtest – Souvenirs, Snacks und Kaffee gibt es reichlich. 

Der Zugang zum 101. Stock ist allerdings auf eine Stunde begrenzt. Dort oben wartet ein richtiger Orchideengarten auf 508 Metern Höhe – dekadenter geht es in Taipeh nicht.

Dass das hohe Gebäude ständig leichten Seegang hat, ist übrigens normal. Im Inneren hängt ein gigantischer, vergoldeter (!) Schwingungstilger: eine Stahlkugel mit 660 Tonnen Gewicht und 5,5 Metern Durchmesser. Sie reduziert die Bewegung des Turms um bis zu 40 Prozent und macht das Taipei 101 erdbebensicher. Vom 89. Stock aus können wir das gigantische Pendel, das zwischen dem 87. und 92. Stockwerk hängt, übrigens aus nächster Nähe bestaunen.

Mein persönliches Highlight: die beheizten japanischen Toiletten im ganzen Gebäude. Einfach Luxus bis ins letzte Detail.

4. Tag: Ausflug nach Shifen, Jiufen und den Yehliu-Geopark

Tag vier unserer Taiwan-Rundreise fühlt sich an wie ein „Best of Nordtaiwan“. Statt Fahrpläne zu studieren, steigen wir in Taipeh gemütlich in einen Reisebus und überlassen die Organisation des Tagesausflugs unserer Führerin Pauline, die dabei militärische Präzision an den Tag legt. (Wer nicht auf die Minute pünktlich am Treffpunkt steht, wird kurzerhand per WhatsApp eingesammelt. Funktioniert erstaunlich gut.) Spoiler: Es wird großartig. 

Erster Stopp ist Shifen. Rund 40 Meter breit ist der hufeisenförmige Wasserfall, den Pauline als Mini-Niagarafälle von Taiwans bezeichnet. Kein Wunder: In Shifen regnet es an bis zu 300 Tagen im Jahr. Heute haben wir Glück. Der Himmel ist zwar bewölkt, doch es bleibt trocken.

In der Old Street von Shifen lassen wir anschließend Himmelslaternen steigen. Eine einfarbige Laterne kostet umgerechnet etwa fünf Euro. Ich habe mich für die Farbe rosa entschieden, die für Glück und Zufriedenheit steht. Klingt wunderbar, finde ich. Mit  Kalligrafiepinsel und Tinte beschriften wir unsere Laternen selbst. Eine junge Taiwanesin hilft uns beim Start, schießt Fotos und Videos – und dann schweben unsere Wünsche auch schon zum Himmel.

Weiter geht es nach Jiufen Old Street, einem Bergdorf mitten in einer von Taiwans beliebtesten Teeregionen. Neben vielfältigem Essensangebot kann man hier prima Souvenirs shoppen und natürlich an jeder Ecke den regionalen Oolong-Tee verkosten. So fein. Besonders luxuriös geht das im Jiufen Teahouse, das mit seinen dampfenden Teekannen und unzähligen Teedosen und tönernen Gefäßen allein schon einen Besuch wert ist.

Zum Abschluss fahren wir weiter an die Nordostküste in den Yehliu-Geopark. Taiwan gehört politisch nicht zur UNESCO, orientiert sich hier jedoch trotzdem an deren Richtlinien. Wie Köpfe wirken die bizarren, pilzförmigen Felsformationen: die Königin, der Drache, die süße Prinzessin. Im Boden liegen überall versteinerte Seesterne – daher achten wir bei jedem Schritt darauf, wo wir hintreten. Um ehrlich zu sein ist dieser letzte Stop vermutlich eine meiner liebsten Erinnerungen auf unserer ganzen Taiwan-Rundreise.

5. Tag: Mit dem HSR-Schnellzug von Taipeh nach Kaohsiung im Süden (Reisetag)

Heute steht auf unserer Taiwan-Rudnreise der erste Reisetag auf dem Programm: 

Mit dem Taiwan High Speed Rail fahren wir von Taipeh nach Kaohsiung. Tickets haben wir schon vorab online auf der offiziellen Website der THSR gebucht. (Es gibt im Netz einige unseriöse Anbieter, also besser aufpassen. Alternativ kaufst Du sie direkt am Schalter. Mindestens alle 30 Minuten fahren Züge von Taipeh nach Kaohsiung und irgendwo ist immer ein Platz frei.) Bezahlt haben wir sie direkt bei der Buchung per Kreditkarte. Abholen können wir die (Papier-)Tickets allerdings erst am Schalter im Bahnhof – und zwar spätestens eine Stunde vor Abfahrt.

Ein Geheimtipp zum Schluss: Sag beim Ticketkauf, dass Du einen Fenstersitz möchtest. Das freundliche Personal wird versuchen, es Dir zu ermöglichen. Je nach Zugverbindung dauert die Fahrt rund 1,5 bis 2 Stunden – genug Zeit, um aus dem Fenster zu schauen und der Landschaft von Taiwan dabei zuzusehen, wie sie vom kühlen Norden in den tropischen Süden übergeht.

Tag 6-7: Kaohsiung in Süd-Taiwan

6. Tag: Qijin-Insel – Tempelfest und Füße im Sand

Trotz 25 Grad auf dem Thermometer spüren wir sofort: Auch in Südtaiwan ist Winter. Kräftig bläst der Nordwind und meine leichte Windjacke reicht gerade so aus.

Mit der Straßenbahn fahren wir an der Küste entlang von unserer ernsthaft großartigen (!) Unterkunft bis zum Pier-2 Art Center. Die letzten 500 Meter bis zum Fähranleger nach Qijin Island laufen wir umgeben von Street Art und coolen Skulpturen.

80 NT-Dollar (ca. 2,20€) kostet die einfache Überfahrt, die wir direkt auf dem Boot bezahlen. (Achtung: Es gibt kein Wechselgeld.) Nach etwa fünf Minuten Überfahrt erreichen wir dann die kleine Insel vor Kaohsiung. 

Schon am Fähranleger hören wir laute Trommeln, Tröten und Seiteninstrumente. Wenige Schritte weiter zieht es uns dann mitten hinein ins Geschehen: Heute findet auf Quijin Island ein Umzug zu Ehren der Meeresgöttin Mazu statt, kurz vor Beginn des chinesischen Neujahrsfestes. Glück gehabt!

Begleitet von  ohrenbetäubender Musik tanzen überlebensgroße Figuren in Richtung Tempel. Doch damit nicht genug: Musikanten hoch zu Pferd folgen, eine Kung-Fu-Schule demonstriert ihr Können mit verschiedenen Übungswaffen. Drachen tanzen, Geister und Dämonen wirbeln durch die Menge. Danach marschiert eine Art Blaskapelle in Uniform vorbei. Immer wieder hält der Umzug inne, es krachen Böller. Ein überwältigendes, lautes, farbenfrohes Spektakel.

Als wir keine Eindrücke mehr aufnehmen können, lösen wir uns aus dem Chaos im ganzen Dorf, überqueren die kleine Insel und landen direkt am breiten Hauptstrand. Trotz Wind und kühlen Temperaturen von ca. 20 Grad stecken wir unsere Füße in die Gischt und machen dann ein Nickerchen im Sand. Mehr braucht es gerade nicht.

Später steigen wir hinauf zum kleinen Leuchtturm. Von der Anhöhe haben wir einen großartigen Ausblick: auf die bunt bemalten Häuser des Dorfes – Teil einer Küsten-Verschönerungs-Initiative – und auf den Hafen von Kaohsiung. Auch ein kurzer Abstecher zum alten Fort gehört dazu, bevor wir uns zum Sonnenuntergang auf die Rückfahrt nach Kaohsiung machen.

7. Tag: Kunst und Kultur und und um Kaohsiung

Um 6:30 klingelt der Wecker. Wer Taiwans zweitgrößte Stadt an nur einem Tag erkunden möchte, startet am besten früh. Unser heutiger Tourguide heißt Charlie. Der rüstige Rentner um die 70 verdient sich mit seinen Stadtführungen durch Kaohsiung ein Zubrot. 

Ende Januar herrscht in Südtaiwan absolute Nebensaison (Winter!). Deshalb sind wir heute auch nur zu viert und passen in Charlies quietschgrünen Toyota-Viersitzer. Finde den Fehler …

Erster Halt ist das Fo Guang Shan Buddha Museum. Über rund 500 Hektar erstreckt sich der buddhistische Tempelkomplex. Wir sehen davon vielleicht ein Fünftel – und sind trotzdem über 2 Stunden beschäftigt. 

Herzstück ist der Zahnttempel mit einer gigantischen Buddhastatue aus weißer Jade. Beeindruckend sind auch die Reliefs aus farbiger Jade, die strenge Symmetrie und die schiere Größe der Anlage. Weltweit existieren nur drei buddhistische Tempel, die eine Zahnreliquie Buddhas beherbergen – einer davon steht in Kandy auf Sri Lanka, einer hier. Teil unserer Tour ist sogar eine kurze Kalligrafie-Lektion. Vom leicht kultartigen Gesamteindruck abgesehen finde ich den Tempelkomplex monumental und wirklich sehenswert.

Danach geht es in die Cishan Old Street. Kaohsiung gilt als Taiwans Bananen-Hochburg, entsprechend tauchen sie hier in vielen lokalen Spezialitäten auf. Streetfood-Stände reihen sich aneinander, süß, frittiert, gebacken – Bananen überall. Besonders die runden Bananen-Waffeln sind ein super leckerer Snack und ein tolles Mitbringsel.

Weiter zum Lotus Pond, einem natürlichen Wasserspeicher mit zahlreichen Tempeln und Pagoden. Besonders bekannt: die Drachen- und Tigerpagode. Ihr Eingang führt durch den Drachenkörper, der Ausgang durch den Tiger – symbolisch für die Verwandlung von Unglück zu Glück. Innen führen Fresken durch buddhistische Jenseitsvorstellungen. Skurril, bunt und faszinierend.

Zwischendurch halten wir kurz bei HWA DA Milk Tea. Gegründet 1982 gilt der Laden als einer der ältesten Bubble-Tea-Shops Taiwans. Ob hier wirklich der erste „Boba“ verkauft wurde, darüber streiten sich die Geister. Sicher ist: Der Laden hat Kultstatus. Und der Bubble Tea schmeckt mega.

Zum Abschluss bummeln wir rund ums Pier-2 Art Center. Frühere Lagerhallen beherbergen heute eines der kreativsten Viertel von Kaohsiung. Rund um die Dagang-Drehbrücke zieht sich eine lange Kunstpromenade mit Installationen, Street Art, Galerien, Boutiquen und Cafés. Im schwindenden Abendlicht wirken die futuristischen Skulpturen, Brücken, Gebäude besonders beeindruckend. Praktisch: Abends verwandelt sich die gesamte Promenade in einen riesigen Nachtmarkt voller Streetfood und Kunsthandwerk. Hier sind die stylischen Menschen aus Kaohsiung unterwegs – und wir. Genau der richtige Abschluss für unseren letzten Reisetag in Südtaiwan.

8. Tag: Abreise

Morgens am 8. Tag checken wir aus unserer traumsüßen Unterkunft in Kaohsiung aus und fahren mit dem Schnellzug zurück nach Taipeh. Am Hauptbahnhof steigen wir um in die MRT zum Flughafen, wo unsere Taiwan-Rundreise endet.

Von hier aus geht’s es weiter nach Hoi An – zumindest für mich. Vielleicht magst Du ja demnächst mitreisen nach Vietnam?

Deine Geheimtipps für meine nächste Taiwan-Rundreise?

Dir hat unsere 7-tägige Reise über die Ilha Formosa gefallen? Oder Du hast eine Info, die man vor einer Taiwan-Rundreise auf eigene Faust unbedingt haben sollte? Schreib mir gerne einen Kommentar unter diesem Blogbeitrag und teile Deine persönlichen Reisetipps mit mir und anderen Reisenden. Ich bin gespannt.

Und jetzt viel Spaß bei Deiner eigenen Rundreise durch Taiwan!

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