Mein Flugzeug von München aus landet nach nur 2,5 Stunden auf der griechischen Insel Samos. Als ich über die Treppe ins Freie trete, streichelt mich die samotische Sonne. Der würzige Duft nach Pinien, Meer und sauberer Luft zaubert mir ein breites Lächeln auf die Lippen: Samos hat mich wieder! Mit dem kleinen Miet-Moppelchen geht es in den Süd-Westen der Insel, nach Ormos.

Ormos

Dieser Urlaub ist ein erstes Experiment hin in Richtung ortsunabhängiges Arbeiten. Ich habe meinen Laptop dabei und arbeite jeden Tag einige Stunden über das Internet. Mit diesem Blick über Ormos aufs Meer.

Ormos ist eine winzige Hafenstadt, in der Touristen dünn gesäht sind. Genau mein Ding also. Viel zu tun gibt es hier nicht. Man findet wenige Restaurants, einen kleinen Supermarkt, einen Mini-Strand und eine kleine Hafen”promenade”, auf der man einen netten Abendspaziergang unternehmen kann.  

Limnionas

Ab Mittag gehöre ich dann Samos. Ich erkunde die schönsten Strände. Meinen absoluten Lieblingsstrand findest Du in Limnionas. Das liegt zum einen daran, dass die Kiesel hier so fein sind, dass man wunderbar ohne Badeschuhe ins Wasser gehen kann. Außerdem sind die Steine hier flach und rund. Das lädt zum Steine-Hüpfen-lassen auf dem spiegelglatten Meer ein. Wichtig nur: am Boot vorbeizielen! 😉

Etwas oberhalb von Limnionas liegt mein Lieblingsrestaurant: Im Epiouzion Restaurant gibt es a) einen Traumblick über die Bucht von Limnionas:

Und b): Egal, welches Gericht ich bestelle, es überrascht immer positiv. Seien das die hervorragenden Calamari, die leckere Dorade, feines Gemüse oder ein einfaches Hühnchen-Souflaki – alles ist mit regionalen Kräutern, Salz und Pfeffer einfach gewürzt. Und doch so einzigartig gut und bekömmlich, dass es mich immer wieder hierhin zieht.

Balos

Mein zweiter Lieblingsstrand ist Balos. Hier ist das Meer etwas frischer, die Kiesel am Strand größer. Das stört aber nicht weiter, weil ich vom Wirt der Taverne “Esperos Light” für 3,00 € Mindesverzehr nicht nur Getränke, sondern auch eine bequeme Strandliege bekomme. Im Halbschatten unter sanft schaukelnden Zweigen lässt es sich hervorragend aushalten.

Und das finde nicht nur ich, sondern auch diese gut angezogene junge Dame:

Du errätst es schon: Das Essen in der Taverne ist herrlich! Besonders wenn der nette Wirt in seinen Aufzählungen etwas von “Stifado” sagt, solltest Du sofort bestellen: eine Art Gulasch mit Zwiebeln, gewürzt mit Zimt, Lorbeerblättern, Rosmarin und Wacholderbeeren. Himmlisch! Ebenso die krossen Zucchinisticks und – unter uns – auch alles andere schmeckt hier hervorragend.

Potami-Wasserfälle

Ein kleines Abenteuer sind die Potami-Wasserfälle. Wenn Du Lust auf eine entspannte Flusswanderung – Canyoning Light – hast, bist du hier genau richtig. Du kannst für alles in etwa 4 Stunden einplanen. Nimm wasserfeste Schuhe und Badezeug mit. Das Naturwunder von Potami liegt im Norden der Insel. Was zunächst ganz beschaulich beginnt mit einer kurzen Wanderung durch einen kleinen Elfenwald,…

… entlang eines Trampelpfades mit eher wackeligem Brückenbau,…

… wird spätestens hier spannend:

Es geht etwa 8 Minuten diese groben Holzstufen nach oben (Achtung: nicht vom TÜV zertifiziert!). Oben angelangt, findest du ein wirklich uriges Restaurant.

Dieses Restaurant wurde vom Entdecker der Potami-Wasserfälle erbaut, der dieses Naturwunder auch für die Öffentlichkeit erschlossen hat. Die Bilder zeigen ihn bei seinen ersten Touren in den 1960/70er-Jahren. Heute schält er die Kartoffeln in seinem Restaurant und wacht noch immer stolz über sein Lebenswerk:

Im Restaurant kannst Du all Deine Dinge zurücklassen. Nur im Bikini, mit wasserfestem Schuhwerk und einer wasserdichten Kamera ausgerüstet, kannst Du losziehen ins samotische Wasser-Paradies. Schon beim Einstieg geht das kühle Flusswasser bis an die Hüften. Du watest los, kletterst Felsen hoch, überwindest kleinere Wasserfälle. Zwischen Deinen Füßen schwimmen kleine und mittelgroße Fische, die vor den Menschen keinerlei Scheu haben.  

Zur Hauptattraktion, dem großen Wasserfall, kommst Du nur schwimmend. Mit einem Seil überwindest Du die etwa 4 Meter Höhendifferenz. Oben angekommen ändert sich der Charakter der Flusswanderung. Es sind kaum noch Menschen unterwegs. Du tauchst ein in eine magische Bachlandschaft mit durchsichtigen Gräsern, kleinen Wasserfällen, Schilf, Wald, die alle paar Meter ihren Charakter ändert.

Irgendwann, wenn Deine Füße zu kalt werden, drehst Du um – den Duft des Grillhähnchens im Restaurant noch in der Nase. Du ruscht die kleinen Wasserfälle wieder runter (das ist mit der beste Teil!), kletterst zum Restaurant hoch und freust Dich erstmal über Deine trockenen Klamotten. Und dann auf das bodenständige, aromatische Essen mit Blick über die Berge bis zum Meer:

Potami-Strand

Der wildromantische Potami-Strand im Nord-Osten von Samos ist etwas besonderes. Der samotische Norden ist allgemein etwas rauher. Daher können hier auch mehr Wellen sein. Aber mit den rot-braunen Felsen ist er einmalig und wunderschön. Sieh selbst:

Karlovasi

Karlovasi hat für mich mit seinem Fischereihafen und den Netzen, die überall auf Haufen liegen enormen Flair. Schon immer. Aber noch mehr seit 2017. Seitdem ist der Ort nämlich geschmückt von hochwertigen Graffiti-Kunstwerken von renommierten Street Art-Künstlern aus ganz Griechenland. Ein Traum!

Kokkari

Mit seiner langezogenen Landzunge ist Kokkari ein Örtchen, das zum Bummeln einlädt. Dort finden sich kleine Lädchen mit Essen in Bio-Qualität (!!), handgetöpferten Lampen und Schalen und natürlich Restaurants mit Meerblick und Charme.

Resümee

Samos ist für mich immer wieder ein Ort, um bei mir selbst anzukommen und Kraft zu tanken. Mit seiner fantastischen Natur, den mehr als liebenswerten Menschen und dem großartigen und gesunden Essen komme ich hier immer und immer wieder gerne her. Und jetzt weiß ich, dass es sich hier auch hervorragend und inspiriert arbeitet. Du glaubst mir nicht? Dann guck mal hier.