Ein knallblaubehimmelter Hochsommertag und wir haben spontan drei Stunden Zeit in Lech am Arlberg. Ganz klar, dass wir hoch hinaus wollen. Wie wäre es, wenn wir heute mit der Seilbahn auf den 2.350 Meter hohen Rüfikopf schweben ‒ und dort auf genussvolle Entdeckertour gehen. Kommst Du mit?

Ein Sommer-Nachmittag auf dem Rüfikopf

Die Sonne strahlt nur so vom Vorarlberger Himmel: 26 Grad sind für heute angesagt. Nachdem ich den Vormittag noch im Hotel Sonnenburg getextet habe, wollen wir diesen sommerlichen Nachmittag für einen hochalpinen Abstecher auf den Rüfikopf nutzen. („Wir?“ fragst Du Dich?)

Unsere Zeit ist etwas knapp bemessen und so parken wir direkt unterhalb der Rüfikopf-Seilbahn in der Tiefgarage Rüfiplatz (Zürs 88, 6764 Lech, Österreich). Die Parkgebühr ist mit 9€ für 3 Stunden ein wenig saftig, dafür steht das Auto im Schatten und in der Nähe. (Eine günstigere Alternative ist die ein paar hundert Meter entfernte Tiefgarage Anger.)

Von 1.444 auf 2.350 Höhenmeter in 10 Minuten

Die Rüfikopfbahn fährt im Sommer immer zur vollen und zur halben Stunde. Unsere Lech-Card ist leider schon abgelaufen und so bezahlen wir für unsere Berg- und Talfahrt 20,90€. (Die aktuellen Preise der Rüfikopf-Seilbahn findest Du hier.) Die Großraumkabine der Seilbahn ist bereits kuschelig vollgepackt mit Mensch und Hund, als der gutgelaunte Seilbahnführer zusteigt.

Je höher wir steigen, desto besser wird der Ausblick: erst über Lech am Arlberg und schließlich weit hinein ins Lechtal und über die Lecher Bergwelt. Zehn Minuten dauert unsere Seilbahnfahrt, bei der sich die Augen mit dem saftigen grün der Almwiesen vollsaugen.

Über die Baumgrenze hinweg wird die Vegetation dann zunehmend hochalpin: die Bäume verschwinden und weichen niedrigen Sträuchern, noch weiter oben wird es erst grasig, dann felsig.

Stärkung im Panoramarestaurant Rüfikopf

Oben am Berg angekommen knurrt der Magen. Was für ein praktischer Zufall, dass in und um die Bergstation das Panoramarestaurant Rüfikopf Getränke und regionale Speisen feilbietet.

Heute habe ich mich für ein mit Bergkäse überbackenes Rösti entschieden, dazu eine große Portion Salat und einen „Johann“ (= Johannisbeerschorle). Auf über 2.300 Metern mit Alpenpanorama schmeckt die herzhafte Vorarlberger Küche gleich noch ein my besser.

Mmmmmh, Bergkäse schmeckt in den Bergen irgendwie extra fein.

Apropos Alpenpanorama: Das sieht man am besten von der 360°-Aussichtsplattform oberhalb der Rüfikopf-Seilbahn. Hier tut sich der Blick über das gesamte Arlberggebiet auf bis hin nach Warth und sogar bis zum Bodensee ‒ allerdings nur an 100% klaren Tagen.

Mini-Wanderung für Turnschuhträger mit Gipfelgefühlen

Unser Abstecher auf den Rüfikopf war zunächst nur zum Panorama-Gucken gedacht. Daher habe ich mich für die Turnschuhe und gegen die Wanderstiefel entschieden, die nun im Auto chillen.

Allerdings haben wir noch 1,5 Stunden Zeit, bevor die letzte Bergbahn wieder nach unten fährt. Klar, dass da ein kurzes Entdeckerprogramm drin ist. Unsere „Route“: vom Panoramarestaurant hinauf zu diesem putzigen Gipfel.

Gesagt, getan: durch ein klitzekleines Schneefeld hindurch laufe ich im Top und Turnschuhen. Es ist schon ein wenig absurd, mitten im Sommer durch den Schnee zu springen ‒ doch ich habe Spaß. Und vermisse rutschend ein wenig die profilierte Sohle meiner Wanderschuhe…

Rutsch, glitsch, schlidder durchs Schneefeld.

Besonders gefällt mir die alpine Pflanzenwelt auf dem Rüfikopf. Entlang des Weges verraten immer wieder kleine Täfelchen die Namen von verschiedenen Bergblumen und Kräuter. Und die, die nicht beschriftet sind, erfrage ich kurzerhand via Messenger von meiner Omi.

Unser Weg schraubt sich nach oben ‒ und hinter jeder Kurve tun sich neue Ausblicke auf: Wege zweigen ab, zum Beispiel der Geoweg, der Weg zum Monzabonsee oder der Wanderweg zur atemberaubenden Rüfispitze.

Ganz oben wartet eine Steinsäule auf uns, eine Art modernes Gipfelkreuz, das als Teil des Geowegs auf die geologisch interessanten Gesteinsformationen hier oben hinweisen soll. Ungehindert kann das Auge hier in die Weite schweifen, Großteils ohne Zeichen von Zivilisation zu sehen. Im touristisch stark erschlossenen Lech überrascht und erfreut mich das zugleich.

Spätestens als wir für die Talfahrt wieder in die Rüfikopf-Seilbahn steigen, nehme ich mir vor, beim nächsten Besuch in Lech am Arlberg mehr Zeit und vor allem Wanderstiefel und Stöcke mit auf den Rüfikopf zu bringen. Kommst Du dann auch wieder mit?

Dir hat der Abstecher auf den Rüfikopf gefallen? Oder Du hast etwas entdeckt, was ich beim nächsten Mal unbedingt sehen sollte? Ich bin gespannt, was Du mir schreibst.