Du fragst Dich sicher: Wie jetzt? Schon wieder unterwegs nach woanders? Und ja, das stimmt. Ziel ist dieses Mal Rovinj, eine wunderhübsche kleine Stadt in Istrien, im nördlichen Kroatien. Jeden Sommer findet hier eines der schönsten Salsa- und Bachata-Festivals in Europa statt. Kommst Du mit nach Rovinj?

Auf zum Tanzen nach Rovinj!

Seit etwas über einem Jahr weiß ich, dass im kroatischen Rovinj jährlich eines der schönsten Salsa- und Bachata-Festivals in Europa stattfindet: die Summer Sensual Days bzw. anschließend das Croatian Summer Salsa Festival. Also zwei Wochen Meer, Sommersonne und großartige Musik. Und seit einem Jahr träume ich davon, hierher zu kommen. Kurzerhand mache wir beide (wir beide?!) daher Nägel mit Köpfen, buchen eine schnuckelige AirBnb-Wohnung ‒ und los gehts über die Alpen!

Gechillter Auftakt im Regen

Der erste Tag in Rovinj ist verregnet, was uns ganz recht ist: zum einen können wir so mit gutem Gewissen den örtlichen Lidl erkunden. Es ist so wunderbar, lokale Produkte und Besonderheiten hervorzustöbern. Entsprechend beladen kommen wir mit Oliven, Feigen, Aprikosen und ähnlichen Leckereien wieder im Apartment an. Zum anderen habe ich es geschafft, mir direkt vor dem Urlaub eine Erkältung einzufangen ‒ und ein wenig Extra-Schlaf tut wirklich gut, bevor das Festival losgeht. Schnief.

Sonne, Meer und Salsa im Amarin-Ressort

Am Spätnachmittag spitzelt dann die Sonne hervor ‒ und wir wagen uns an den Strand. Im Amarin-Ressort, etwas außerhalb von Rovinj, geht es immer den Salsa-Klängen nach. Was wir dort finden?

Zwischen Strand und Pool tummeln sich im Schein der herausblinzelnden Sonne lauter schöne Tänzerkörper. Das zaubert mir doch direkt ein strahlendes Lächeln ins Gesicht. Ich breite unsere Decke am Strand aus und wir stürzen uns überglücklich ins Getümmel ‒ zumindest bis zu meinem nächsten Hustanfall.

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Danach gehts erstmal eine Runde im wunderbar warmen Meer baden. Wenn schon krank, dann lässt es sich hier jedenfalls optimal aushalten. Mit wunderbarem Blick auf die Altstadt von Rovinj genießen wir die Abendsonne, bis der DJ um 19 Uhr (unverschämterweise!) die Musik abdreht.

Zuhause angekommen, kochen wir frischen Wolfsbarsch und mit Parmesan bestreute Zucchinischeiben. Mmmmh. Auf diese Weise vergehen die Tage in Rovinj wie im Flug: ausschlafen, lecker Essen einkaufen und kochen, in der Stadt bummeln und natürlich tanzen, tanzen, tanzen. Auch der Schnupfen wird auf diese Weise schnell besser.

Wo das Tänzerherz höher schlägt…

Jeden Tag finden wir eine neue Tanz-Location in und um Rovinj ‒ alle am Meer und doch durch die verschiedenen Musikstile ganz unterschiedlich geprägt. Tolles Ambiente und schöne Ausblicke hat es jedenfalls von allen:

Blick auf Rovinj

Und das Schöne ist: Wir können die meisten davon zu Fuß verbinden. So entdecken wir alle Ecken von Rovinj. Und hinter vielen finden sich Menschen, die spontan ihre Lautsprecher anstellen und einfach anfangen, zu tanzen. Die ganze Stadt ist im Salsa-Fieber. Und wir sind mittendrin.

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Wer tagsüber noch nicht genug an den diversen Locations am Strand getanzt hat, kann sich auch abends voll austoben: Auf dem Hauptplatz von Rovinj, direkt am Hafen und umrahmt von schönen Gebäuden und Restaurants findet allabendlich eine weitere Party statt. Mit Blick auf das Meer wiegen sich hier schöne Menschen zu den Klängen von Salsa und Bachata. Hier lerne ich auch einen für mich neuen Tanz kennen: Den etwas langsameren Kizomba, der in meinem angeschlagenen Zustand für angenehme Entspannung sorgt.

Kroatisches Einkaufsabenteuer

Ein Highlight dieser Reise ist definitiv, als wir am Straßenrand Feigen für unser Frühstück kaufen möchten. Ich halte das Auto also an diesem Stand an und der nette kroatische Rentner, dem der Stand gehört, lockt mich mit einem “Kommen rein, Frau. Wollen Wein probieren?” in seinen Weinkeller. Ganz wohl ist mir nicht dabei, aber hey: lecker Wein ist definitiv ein kleines Abenteuer wert.

Im Keller angekommen bekommen wir reichlich von allen vier Weinsorten eingeschenkt. Und das um 11 Uhr Vormittags! Auf nüchternen Magen! Glücklicherweise schmeckt mir der Rotwein gar nicht, aber das reichliche Nachschenken vom leckeren weißen Muskat-Wein tut das Seine. Pröstchen!

Und die Verkaufsstrategie geht auf: Der kroatische Papi verkauft neben dem halben Kilo Feigen auch noch diverse Liter Wein und Olivenöl. Frau braucht ja Mitbringsel… Lalala.

Ein Bummel durch Rovinjs Altstadt

Die Altstadt von Rovinj ist sehr charmant und erinnert mich an die kleinen Städtchen am Gardasee: enge Gassen mit Treppchen verbinden kleine Plätze, auf denen lauschige Restaurants mediterrane Düfte in die Luft zaubern. Die Böden sind so abgelaufen, dass ich mit meinen glattbesohlten Tanzschuhen zwischendurch durchaus Probleme mit dem sicheren Vorankommen habe. Glücklicherweise bist Du dabei, um mich aufzufangen. Schlittenfahren könnten man hier hangabwärts sicher großartig.

Hafen von Rovinj
Enge Gasse in der Altstadt von Rovinj

Lecker essen in Rovinj

Fein Essen gehen kann man in Rovinj übrigens auch: Alles, was mensch so aus dem Meer fischen kann, landet hier frisch und deliziös zubereitet auf den Tellern. Seeteufel auf einem Fenchelbett oder Gnocchi mit Käsesoße sind nur zwei der leckeren Schlemmergerichte, die ihren Weg in unsere Münder finden. Insgesamt, finde ich, ähnelt die nordkroatische Küche sehr der italienischen. Macht Sinn, weil Rovigno doch noch bis ins frühe 19. Jahrhundert zu Italien gehörte. Noch heute ist die Region Istrien zweisprachig.

Übrigens scheint Istrien eine bekannte Trüffelregion zu sein. So finden sich hier von Trüffelkäse über Trüffelwurst bis zu eingelegten Trüffeln und Trüffelöl Trüffel in jeglicher Form und Verarbeitungsweise. Ein Hochgenuss!

Was für ein wunderbares Gesamterlebnis! Rovinj hat mich zwar zum ersten, aber keineswegs zum letzten Mal gesehen. Und nächstes Jahr dann von Anfang in voller Form.

Dir hat unsere Reise nach Istrien gefallen? Oder Du hast etwas entdeckt, was auf keinen Fall bei einem Besuch in Rovinj fehlen darf? Ich bin gespannt, was Du mir schreibst.