Oberhalb von Madeiras Hauptstadt Funchal finden große und kleine Urlauber ein wahres Labyrinth aus Pflanzen, Wasserspielen, Statuen, Kunst ‒ und mittendrin steht ein zauberhafter Palast. Zurecht zählt der Monte Palace Madeira zu den schönsten botanischen Gärten weltweit, der nur so zum Entdecken einlädt. Kommst Du mit?

Die Anreise? Durch die Luft natürlich!

Bevor wir heute den Monte Palace Madeira besuchen können, braucht unser Mietwagen einen Parkplatz. Dafür eignet sich am besten die Park Gerage Funchal direkt an der Strandpromenade der madeirischen Hauptstadt. Als wir aus dem Parkhaus treten, erblicken wir direkt ein futuristisches Glasgebäude. Darin finden wir die Talstation des Teleférico de Funchal.

(Neu hier? Uns und wir, fragst Du Dich? Ja, das ist so eine Angewohnheit von mir: Ich beziehe Dich als meinen Leser gerne in meine Abenteuer mit ein. Dir ist das zu direkt? Na, dann lerne mich doch erstmal kennen ‒ und entscheide später, ob Du wirklich mit mir den tropischen Garten in Monte entdecken möchtest. Für alle anderen: Wir kaufen jetzt erstmal ein Ticket für die Seilbahn und dann kann es losgehen.)

Für die Hin- und Rückfahrt nach Monte kosten unsere Seilbahn-Tickets 16,00€. Kinder zahlen die Hälfte.

Vier bis sechs Gäste pro Kabine trägt die Seilbahn in etwa 15-20 Minuten hinauf nach Monte. Immerhin 3.200 Meter lang ist die Strecke und überwindet eine Steigung von 580 Metern. Wie gut, dass wir nicht gelaufen sind. 😉

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Während der Fahrt bieten sich uns fantastische Ausblicke ‒ erst über die Altstadt von Funchal und mit zunehmender Höhe auch über den Hafen und ganz Funchal. Ein wahrer Augenschmaus! Wenn ich ehrlich bin, ist diese Fahrt hinauf nach Monte mit dem Madeira Cable Car für mich schon einer der Höhepunkte unserer Madeira-Reise.

Oben angekommen können wir uns entweder nach links zum Monte Palace Tropical Garden wenden oder nach rechts zum botanischen Garten von Funchal. Heute entscheiden wir uns für den Tropischen Garten und biegen links ab.

Eintritt zum Monte Palace Madeira

Nach etwa 30 Metern Gehweg stehen wir vor dem Kassenhäuschen des Monte Palace Madeira. Hier erwerben wir unsere Tickets: 12,50€ pro Person, Kinder sind sogar kostenlos.

Für Erwachsene kostet der Eintritt zum Monte Palace Madeira 12,50€, Kinder unter 15 Jahren können den tropischen Garten gratis erkunden. (Die aktuellen Preise und Öffnungszeiten findest Du auf montepalace.com.)

Geöffnet ist der Monte Palace Garden von 9:30 bis 18 Uhr. Achtung! Die letzte Seilbahn hinunter nach Funchal fährt meist früher. Frag vor der Abfahrt daher unbedingt beim Teleférico-Personal nach, wann die letzte Bahn fährt. Im November 2021 war es beispielsweise um 17:45. Der Zeitpunkt kann jedoch variieren.

Auf Entdeckertour durchs tropische Garten-Paradies

Kaum haben wir den tropischen Garten des Monte Palace Madeira betreten, erkennen wir ein Phänomen, das uns den ganzen Besuch über begleiten wird: es gibt unendlich viele Wege, versteckte Ecken, Möglichkeiten. Selbst wenn wir den ganzen Tag hier verbringen würden, könnten wir gar nicht alle davon erkunden.

Daher mein Vorschlag: fangen wir mit dem Monte Palace-Museum an und folgen wir danach dem rot markierten Flora & Fauna-Rundgang (mit spontanen Umwegen). Was meinst Du?

Zusammen mit dem Ticket erhält jeder Besucher des Monte Palace Madeira einen detaillierten Lageplan. Der hilft ungemein bei der Orientierung.

Afrikanische Kunst und Glitzergefunkel im Museu Monte Palace

Nach wenigen Metern bergab steht zu unserer rechten das Monte Palace-Museum. José Berardo, Stifter des Monte Palace Madeira, stellt hier auf den oberen beiden Ebenen moderne, afrikanische Kunst aus. Die abwechslungsreichen Statuen aus Speckstein stammen vorwiegend aus Tengenenge in Simbabwe (und sind übrigens auch über den gesamten Garten verteilt zu finden).

Zeitgenössische Seifenstein-Statuen aus dem simbabwischen Tengenenge.

Im untersten Stockwerk finden wir ‒ das Glitzermädchen in mir ist entzückt ‒ eine der weltweit größten Sammlungen von Halb-Edelsteinen. In einer königsblauen Höhlenlandschaft funkelt eine Fülle von Mineralien, Edelsteinen und riesigen Drusen aus Amethyst und verschiedenen Quarzen. Hach, ein Träumchen!

Zwischen Kunst und Kitsch den Berg hinab

Auf über 70.000 m² erstreckt sich der Jardim Tropical Monte Palace. Und dieses Gelände liegt ‒ wie alles auf Madeira ‒ natürlich am Hang. Entsprechend laufen wir zunächst einmal bergab. Vorbei an überdimensionierten Azulejos, auf denen die Geschichte von Portugal abgebildet ist, Statuen aus allerlei Kulturen und Zeitaltern, Torbögen, Fenstern und und und. Kitsch und Kunst liegen im Monte Palace-Garten auf charmante Weise immer recht nahe beieinander.

Durch den Laurissilva-Wald hindurch kommen wir unten am Parkcafé an, wo wir trockenen Madeirawein kosten (nicht schlecht, finde ich) und uns beim Snacken ein wenig ausruhen.

Gestärkt gehen wir weiter durch den südlichen der beiden Orientgärten. Hier flitzen bunte Koi-Karpfen unter eleganten Steinbrücken hindurch, die wiederum von traditionell japanischen Torii-Toren überragt werden. Eindeutig eines meiner Highlights ‒ auch wegen des fantastischen Ausblicks über Funchal.

Monte Palace ‒ ein deutsch-iges Schloss auf Madeira

Bergauf folgen wir der roten Route und stoßen dabei auf den Namensgeber dieses Gartens: das ehemaligen Monte Palace-Hotel. 1904 wurde es ‒ inspiriert von den deutschen Rheinschlössern ‒ als Luxushotel für internationale Gäste erbaut. Ab 1943 verfiel das Schlösschen, bis José Berardo es 1987 kaufte und wieder herrichtete. Seit der Eröffnung des Jardim Tropical Monte Palace im Jahr 1991 ist es das majestätische Herzstück dieses botanischen Gartens.

Eindeutig see/henswert

Am Monte Palace-Schloss vorbei kommen wir zu meinem zweiten Highlight: dem mittleren See. Liebhaber von Wasserspielen kommen hier voll auf ihre Kosten. Erster Hingucker ist der künstliche Wasserfall, der von Levadas gespeist wird ‒ so wie sich das auf Madeira eben gehört. Verschiedene Inseln, Höhlen, Statuen, Brücken und ein kleiner Wachturm laden große und kleine Kinder zum Spielen und Entdecken ein. Ich habe richtig viel Spaß! (Und Du auch, habe ich den Eindruck.)

Durch antike Baumfarne hindurch machen wir einen kleinen Umweg zur längsten Fliesenbildallee der Welt ‒ eine weitere Ausprägung von José Berardos Sammelleidenschaft. Klar, dass ich es nicht lassen kann und im nördlichen Orientgarten begeistert durch den Koi-Teich hüpfe. Es macht halt einfach so viel Spaß…

Mit dem Kopf voller Eindrücke und strapazierten Füßen verlassen wir schließlich den Monte Palace Madeira. Und fahren hinunter nach Funchal ‒ natürlich wieder mit der Seilbahn. In der Kabine lassen wir unseren Besuch im botanischen Garten Revue passieren und planen unser nächstes Abenteuer in Funchal.

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