Madeiras Hauptstadt ist mit etwa 120.000 Einwohnern eine eher kleine Großstadt. Trotzdem fühlt sich Funchal dank der großen Altstadt, vielen modernen Skulpturen, feinen Cafés und Märkten keineswegs klein an. Es ist ein abwechslungsreicher Ort, an den es mich immer wieder hinzieht. Von den vielen schönen Plätzen in Funchal habe ich meine sieben Favoriten für Dich ausgewählt und beschrieben. Los geht’s mit unserem Stadtrundgang!

Das Parkhaus Park Gerage Funchal

Ein Parkhaus? „Ernsthaft, Monika?“ denkst Du Dir jetzt vielleicht. Doch habe noch wenige Zeilen Geduld mit mir. Denn die Park Gerage Funchal ist einfach der perfekte Ausgangspunkt für Deinen Besuch in Funchal: direkt am Rand der Altstadt gelegen zwischen der Hafenpromenade, der Seilbahn nach Monte und nur wenige hundert Schritte vom Stadtmarkt entfernt.

Außerdem parkt Dein Mietwagen hier mit Meerblick ‒ doch das nur am Rande. Besonders einzigartig sind übrigens die Quietschgeräusche der Reifen auf dem lackierten Boden, während Du im Parkhaus herumkurvst.

Meine Tipp für empfindliche Ohren: Mach das Autofenster gleich wieder zu ‒ Quietschalarm!

Die Graffitis in der Altstadt

Funchals Altstadt („Zona Velha“) ist voller enger Gassen, durch die nur selten Autos fahren (dürfen). Mit ihren vielen Restaurants und Souvenirläden lädt sie Touristen zum Bummeln ein. So weit, so gut.

Was mir persönlich jedoch an der Altstadt gefällt, sind die bunt angemalten Türen und Wände rund um die Rua de Santa Maria. Hier haben sich über die Jahre hinweg unzählige Streetart-Künstler in den unterschiedlichsten Stilen verewigt. Das Ergebnis: fröhlich, lebendig, bunt. Und definitiv einen Besuch wert!

Das gelbe Forte de São Tiago

Apropos Altstadt: Ab 1614 wurde am Rande der Altstadt eine Festung zur Verteidigung der wohlhabenden Stadt Funchal gegen Seeräuber und andere Angreifer erbaut. Noch heute wirkt das vielstöckige Forte de São Tiago mit seinen Türmen und Treppen und Zinken und Schiessscharten beeindruckend massiv. Mit seiner Lage direkt am Wasser und den gelben Mauern dient sie tags wie nachts als Aussichtspunkt und großartiges Fotomotiv. Der Eintritt zur Fortanlage ist übrigens kostenlos.

Mein Tipp: Das historische Fort hat abends noch lange geöffnet. Von hier aus hast Du einen traumhaften Blick über den Hafen und ganz Funchal bis hinauf nach Monte. Wie bunte Funkelsteine überziehen die Lichter der Häuser den gesamten Talkessel und machen das Forte de São Tiago unglaublich romantisch.

Der Mercado dos Lavradores

Als Stadtmarkt von Funchal ist der Bauernmarkt etwas ganz Besonderes: er ist gleichzeitig Touristenmagnet und Lebensmittel-punkt vieler Madeirer. Denn auf dem Mercado dos Lavradores findest Du eine Auswahl frischer, regionaler Produkte wie sonst nirgendwo auf der Insel. Von den schönsten Blumen über leckeres Obst und frischen Fisch bis hin zu handgeschöpften Pralinen und Gewürzen. Ein wahrer Traum ‒ jedenfalls, wenn Du so gerne isst, wie ich.

Achtung! Im Erdgeschoss der Markthalle verkaufen die Obstverkäufer Besuchern gerne mit Zucker bestreutes Obst zu horrenden Preisen. (Der Rekord bisher: 3 Passionsfrüchte für 28€.)

Meine Tipps für einen Besuch auf dem Mercado dos Lavradores:

  • Frisches Obst und Gemüse kaufst Du am besten bei den Händlern in der ersten Reihe im ersten Stock. Hier will Dir niemand etwas aufschwätzen, alle Produkte sind regional und die Preise sind eindeutig ausgeschrieben.
  • Freitag ist Markttag: Dazu reisen Bauern aus der gesamten Insel nach Funchal und verkaufen ihre Waren im Erdgeschoss der Markthalle. Dann kannst Du auch hier unten gut einkaufen. Wichtig: frag zuerst nach dem Kilopreis und vergleiche, bevor Du etwas kaufst.
  • Im ersten Stock gibt es eine liebevoll bepflanzte Dachterrasse mit Café, wo Du für eine Weile aus dem hektischen Markttreiben heraustreten kannst. Ein guter Ort, um mit einem Buch und einer „Bica“ (= Espresso) oder einem frisch gepressten Fruchtsaft zu verweilen.
  • Kommst Du noch vor Mittag auf den Mercado dos Lavradores, ist die Fischhalle einen Besuch wert. Zugegeben: es fischelt hier ordentlich. Doch die exotischen Kreaturen, die dort feilgeboten werden – allen voran die madeirische Spezialität „Espada“ (= schwarzer Degenfisch) – sind interessant anzusehen. Wirf dabei auch einen Blick auf die hohen, gefliesten Wände, auf denen unter anderem allerlei Meeresgetier abgebildet ist, das Du auf den madeirischen Tellern finden kannst.
  • Im Erdgeschoss findest Du blitzsaubere, öffentlich zugängliche Toiletten. Wenn Du schon öfter mal mit mir nach Madeira gereist bist, weißt Du, dass ich die Insel unter anderem wegen ihrer vielen öffentlichen WCs ungemein schätze.
  • Auf dem Mercado dos Lavradores kannst Du herrliche einheimische Schnittblumen zu angemessenen Preisen erwerben – schau einfach, was sie Dir wert sind. Wenn Dir der Preis zu hoch erscheint, kannst Du höflich dankend ablehnen.
  • Unten im Erdgeschoss, in einem versteckten Eckchen findest Du bei UAU CACAU Pralinenkreationen, die eine vernünftige Entscheidung unmöglich machen: Passionsfrucht, Zuckerrohrsirup, Madeirawein oder Poncha sind eine süße Reise zu typischen Geschmäckern der Insel Madeira. Natürlich findest Du dort auch Schokopralinen gefüllt mit jeder Fruchtsorte, die Du Dir nur vorstellen kannst. Bei UAUCACAU isst das Auge derart mit, dass Du Dich kaum trauen wirst, die Pralinen zu verspeisen. Ein perfektes Mitbringsel aus Funchal für Deine Lieben ‒ oder natürlich Dich selbst. 😉

Die Hafenpromenade von Funchal

Die moderne Hafenpromenade in Funchal ist ein wunderbarer Ort zum Flanieren. Hier kannst Du Dir die Atlantikluft um die Ohren wehen lassen, ein Eis essen und Menschen beobachten.

Je nach Jahreszeit ist sie Mittelpunkt der madeirischen Festa-Kultur: an Weihnachten biegt sich die Promenade nur so unter den riesigen leuchtenden und blinkenden Deko-Elementen; im Frühjahr führt hier die berühmte Blumenparade der Festa da Flor entlang. Einheimische mischen sich auf der Promenade mit Touristen und alle bummeln gemeinsam.

Die Loja do Chá

Der historische Teil von Funchal ist gar nicht so klein und beim Bummeln vergisst Du schnell, wie weit Du eigentlich schon gelaufen bist. In der Loja do Chá, Funchals beliebtem Teehaus, ist immer ein Tischchen unter den Sonnenschirmen frei.

Mit Blick über den heimeligen Platz kannst Du Deine Füße etwas ausruhen und Dich mit einer aromatischen Tasse Tee und Gebäck stärken. Mein Favorit: Orange Pekoe-Schwarztee von den Azoren mit Scones und Passionsfrucht-Aufstrich. Ommnommnomm!

Die Praia Formosa

Vermutlich gibt es in Funchal kaum ein schöneres Fleckchen Erde als die Praia Formosa. Der „liebliche Strand“ ist einer meiner Lieblingsplätze, um abends ein Gläschen Poncha trinken zu gehen und den Sonnenuntergang zu genießen.

Kilometerlang zieht sich der gemischte Sand-Kies-Strand entlang der Atlantikküste in Richtung Westen. Auf der Promenade der Praia Formosa kannst Du mit bestem Meerblick bis ins benachbarte Câmara de Lobos spazieren. Komm, ich nehme Dich mit!

Dir haben meine Highlights gefallen? Oder Du hast etwas entdeckt, was auf keinen Fall bei einem Besuch in Funchal fehlen darf? Ich bin gespannt, was Du mir schreibst.

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