i enthält Werbung

Klickst Du auf einen Empfehlungslink kann es sein, dass ich ein paar Cent verdiene (ohne dass Dir Mehrkosten entstehen).

Diese Beträge helfen mir, kostenlos hochwertige Informationen zur Verfügung zu stellen.

Vielen lieben Dank!

MadeiraPortugal
EuropaMadeiraPortugal

Madeira ‒ Auf der Levada do Norte zum Cabo Girão

Madeira ist bekannt als Blumeninsel mit spektakulären Steilklippen. Doch vor allem ist Madeira ein echter Ort an dem echte Menschen leben. Auf dieser 2 ½-stündigen Wanderung auf der Levada do Norte von Estreito de Câmara de Lobos zum legendären Cabo Girão wanderst Du ganz nahe am „echten Madeira“: läufst vorbei an Wohnhäusern, quer durch Weinberge voller Madeira-Wein, beobachtest die Selbstversorger bei der Feldarbeit. Ein wahrer Einblick in den ärmlichen Alltag fernab des Tourismus. Und spektakuläre Ausblicke bekommst Du obendrein von der höchsten Steilklippe in Europa. Kommst Du mit?

Los geht’s durch die „Quellregion“ des Madeiraweins

Nach etwas Gegurke mit dem Mietwagen finden wir einen Parkplatz direkt gegenüber vom Startpunkt der Wanderung: Ein dunkelblaues Schild zeigt in Richtung Levada do Norte.

(Neu hier? „Uns“ und „wir“, fragst Du Dich? Ja, ich hab da so eine Angewohnheit: Als meinen Leser beziehe ich Dich gerne mit in meine Abenteuer ein. Dir ist das zu direkt? Na, dann lerne mich doch erstmal kennen – und entscheide später, ob Du wirklich mit mir auf der Levada do Norte wandern möchtest. Für alle anderen: Wir parken jetzt mal [hier findest Du den Standort] und dann kann es losgehen.) 

Gleich auf den ersten Metern erkennst Du deutlich: Das ist keine klassische Levadawanderung. Auf dem ersten Streckenabschnitt ist der Wasserlauf nämlich mit Platten bedeckt – die uns als Fußweg dienen. (Doch keine Sorge, die Levada kommt einige 100 Meter später wieder ans Tageslicht.)

An den Berghängen von Estreito de Câmara de Lobos laufen wir durch unzählige Weinreben hindurch. Im milden und sonnenreichen Klima gedeihen hier die Trauben, aus denen später der berühmte Madeira-Wein gewonnen wird. Dieser weiße Dessertwein mit ordentlich % gehört untrennbar zur Insel dazu und ist, neben den Madeira-Bananen, eines der wenigen Exportgüter der Insel.

Gerade im Herbst bezaubern die Weinblätter mit ihrer tiefroten Färbung ‒ ein echter Augenschmaus! Zwischen den Rebstöcken fällt unser Blick immer wieder ins Tal in Richtung Meer, während wir uns an der Levada entlangschlängeln.

Auf dem ersten Streckenabschnitt ist die Levada mit Platten bedeckt – die als Fußweg dienen.
Unsere Wanderung führt durch die Weinberge in Estreito de Câmara de Lobos. Hier entsteht der berühmte Madeira-Wein.

Ganz nah am Alltag von Estreito de Câmara de Lobos

Die Region rund um Câmara de Lobos galt noch bis vor wenigen Jahren als Brennpunkt der Insel: Arbeitslosigkeit, Armut und Alkoholismus standen auf der Tagesordnung. Noch heute bemerkst Du diese Armut an allen Ecken und Enden, während Du auf der Levada do Norte durch den Alltag der Menschen wanderst.

Besonders auffällig sind

  • Häuser, die keinen Straßenzugang haben, sondern die ausschließlich über den Levadawalk erreichbar sind.
  • Jeder letzte Quadratmeter Grund ist bebaut mit Nutzpflanzen: Bananen, (Süß-)Kartoffeln, Tomaten, Bohnen, Kräuter. Bei einem Durchschnittsverdienst von 800 € im Monat bleibt nach den Fixkosten einfach nichts mehr für Lebensmittel übrig. Und so sind die meisten Madeirer zusätzlich zu ihrem Job Selbstversorger, zumindest teilweise. Besonders Rentner sieht man viel auf den Feldern.
  • Menschen hantieren hier mit Sicheln und Mistgabeln, wie schon vor hundert Jahren.
  • Vereinzelte Ziegen und Kühe weiden am Wegrand. Hühnern und Hunden begegnen wir unterwegs gleichermaßen. Es geht hier äußerst ländlich zu.
  • Stellenweise ist es hier echt dreckig. Klar, Menschen machen Müll. Etwas anderes zu erwarten und zu behaupten, ginge an der Realität vorbei. Dreck gehört eben auch zum Alltag, dem echten Madeira, abseits vom Hochglanzbild des Tourismus.
Häuser ohne Straßenzugang in Estreito de Câmara de Lobos. Noch heute bemerkst Du die Armut der Madeirer an allen Ecken.
Hühnern und Hunden begegnen wir unterwegs gleichermaßen.
Menschen hantieren hier mit Sicheln und Mistgabeln, wie schon vor hundert Jahren.
Bei einem Durchschnittsverdienst von 800 € im Monat bleibt nach den Fixkosten einfach nichts mehr für Lebensmittel übrig. Und so sind die meisten Madeirer zusätzlich Selbstversorger.
Vereinzelte Ziegen und Kühe weiden am Wegrand.
Auf der Levada do Norte wanderst Du ganz nahe am „echten Madeira“: vorbei an Wohnhäusern und weniger malerischen Ecken.

Was noch auffällt: Die Menschen sind sehr freundlich. Grüßt man sie mit einem freundlichen „Bom dia!” bekommt man zumeist ein höfliches Nicken oder gar ein (zahnlückiges) Lächeln zurück. (Denn auch mit über 50 Jahren noch gute Zähne im Mund zu haben ist ein Luxus, dessen wir Wohlständler uns vermutlich oft gar nicht bewusst sind.)

Traumhafte Ausblicke über Funchal

Weiter folgen wir dem Wasserverlauf, verlieren ihn zeitweise wieder, weil er unter einer Straße kreuzt. Doch zum Glück finden wir ihn immer wieder. Etwas weiter führt unsere Wanderung entlang der Levada do Norte wieder durch grünste Natur.

Der Weg wird enger und irgendwann balancieren wir am Rand der Levada entlang – während wir dabei vorsichtig den Kopf einziehen. Abenteuer! (Diese felsige Stelle kannst Du jedoch auch leicht umgehen, wenn Du lieber auf Nummer sicher gehst.)

Immer wieder tun sich traumhafte Ausblicke auf bis hinüber nach Funchal mit der langen Praia Formosa, diesem herrlichen Strand unterhalb des Stadtteils São Martinho.

Der Weg wird enger und irgendwann balancieren wir am Rand der Levada entlang – während wir dabei vorsichtig den Kopf einziehen.
Meerblick entlang des Cabo Girão-Levada Walk.
Hallo, hallöchen Sonnenschein!
Bananen überall!
Blick über Estreito Câmara de Lobos bis nach Funchal. Siehst Du die Praia Formosa ganz da hinten?

Zur Energietankstelle folgen Sie bitte dem Pfeil

Tatsächlich gibt es auf dieser Lavada do Norte-Wanderung zum Cabo Girão nur wenige Einkehrmöglichkeiten. Eine davon kannst Du jedoch nicht verpassen: Auffällig weist eine Maueraufschrift gleich 3x nach rechts oben. Folgst Du dem Pfeil in Richtung „Bar“ findest Du, etwa drölfzigtausend Stufen später (*schnauf*), ein kleines Onkel Emmerich-Lädchen.

Geführt von einem putzigen älteren Herren bekommst Du hier

  • erstaunlich guten Kaffee
  • eine große Auswahl an Snacks und Getränken (Frag mal nach „Compal Maracuja“. Ich liebe diesen regionalen Maracujasaft so sehr!)
  • und Zugang zu einer leidlich sauberen Toilette.

Übrigens sind solche Snack-Bars auch typisch für Madeira. Achte mal darauf, wenn Du durch die Insel fährst: Jedes Viertel, fast schon jede Straße hat eine. Hier treffen sich die Einheimischen auf eine bica (Espresso), ein Gläschen poncha (Rum-Getränk) und einen Tratsch.

Folgst Du dem Pfeil in Richtung „Bar“ findest Du, etwa drölfzigtausend Stufen später (*schnauf*), ein kleines Onkel Emmerich-Lädchen.
Solche Snack-Bars sind typisch für Madeira.

Vorbei am Wasserspeicher und durch ein Feriendorf

Irgendwann stößt unsere Levada do Norte-Wanderung auf einen kreisrunden Wasserspeicher. Weil wir clever sind (also Du bist clever, weil Du hier nachliest; ich habe mich erst verlaufen und dann nach dem Weg gefragt) biegen wir vor dem Speicher rechts ab und folgen einem Trampelpfad, der uns wieder zur Levada zurück führt.

Ihr folgen wir noch ein Weilchen, bis der große Wasserlauf nach rechts in einen Tunnel fließt. Wir laufen geradeaus weiter an einer kleineren Levada entlang in Richtung Cabo Girão bis wir irgendwann auf eine Mauer stoßen und uns – mit einem letzten Blick ins Tal – von der Levada verabschieden. Darauf zeigt ein Pfeil nach rechts, der mit „Cabo Girão” beschriftet ist.

Bergauf laufen wir einige Stufen – und fallen direkt vom echten Madeira in die Tourismus-Zentrale: Der Wanderweg hat uns mitten in der Ferienanlage „Village Cabo Girão” ausgespuckt. Durch Ferienhäuser in Reih und Glied stapfen wir die letzten Meter bergauf zur Steilklippe.

Was für ein Kontrast!

Vor dem kreisrunden Wasserspeicher biegen wir rechts ab und folgen einem Trampelpfad, der uns wieder zurück zur Levada führt.
Der Levada do Norte folgen wir noch ein Weilchen, bis der große Wasserlauf nach rechts in einen Tunnel fließt. Wir laufen geradeaus weiter an einer kleineren Levada entlang in Richtung Cabo Girão.
Mit einem letzten Blick ins Tal verabschieden wir uns von der Levada.
Einmal rechts abbiegen, bitte.
Durch Ferienhäuser in Reih und Glied stapfen wir die letzten Meter bergauf zur Steilklippe.

580 Meter freier Fall: Das Cabo Girão

Oben angekommen kaufen wir am Automat zunächst ein Ticket zur Aussichtsplattform Cabo Girão: Die 2 € sind gut investiert, wie ich finde. Denn hinter dem Drehkreuz finden wir eine der höchsten Klippen der Welt. Beeindruckende 580 Meter über dem Meeresspiegel ragt sie heraus ins Nichts und bietet Besuchern einen wortwörtlich atemberaubenden Panoramablick.

Besonderes Highlight ist der gläserne Boden im Skywalk: Hier kannst Du direkt über dem Abgrund stehen und die Tiefe unter Deinen Füßen sehen. Das sorgt zum einen für ein ordentliches Kribbeln im Bauch – und eine super Möglichkeit für absolut witzige Beobachtungen der Besucher rundum: Denn nicht nur Dir und mir ist die große Höhe in Kombi mit dem Glasboden nicht ganz geheuer.

Mit 580 Meter über dem Meeresspiegel ist das Cabo Girão eine der höchsten Steilklippen der Welt.
Hier kannst Du direkt über dem Abgrund stehen und die Tiefe unter Deinen Füßen sehen.
Hui, geht ganz schön runter hier!
Besonderes Highlight ist der gläserne Boden im Skywalk. Magenkribbeln inklusive!
Nicht nur Dir und mir ist die große Höhe in Kombi mit dem Glasboden nicht ganz geheuer.
Blick von der Aussichtsplattform auf die Tiefebene Fajas do Cabo Girão

Im Taxi vom Cabo Girão zurück zum Mietauto

Mit einem Kopf voller Eindrücke verlassen wir schließlich die Aussichtsplattform am Cabo Girão. Dort wartet schon ein freundlicher Taxifahrer, der uns für 18 € in gut 10 Minuten wieder zu unserem Parkplatz bringt. (Sag ihm einfach „Estreito de Câmara de Lobos” und „Levada do Norte”, dann weiß er genau, wohin es geht.)

Im Auto lassen wir nochmal unsere Wanderung Revue passieren und planen schon die nächste Levadawanderung – vielleicht auf der Levada do Moinho. Oder der Levada da Ribera da Janela im Nord-Westen.

Eine genaue Wegbeschreibung dieser Wanderung findest Du als Route 8 im ROTHER Wanderführer „Madeira”. Weil es drei Stellen gibt, an denen man sich gut verlaufen könnte – und weil Du darin noch viele weitere Top-Wanderungen auf Madeira findest – kann ich Dir die Anschaffung nur ans Herz legen.

Du siehst gerade einen Platzhalterinhalt von meinen Reiseführer-Tipps.
Klickt auf den Button, um meine Reiseführer-Tipps zu sehen.

Bitte beachte, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Deine Wander-Tipps für mich …

Dir hat unsere Wanderung auf der Levada do Norte gefallen? Oder Du hast bei Deiner eigenen Wanderung etwas entdeckt, das auf keinen Fall in diesem Blogpost fehlen darf? Schreib mir gerne einen Kommentar unter diesem Beitrag und teile Deine persönlichen Erlebnisse und Tipps mit mir und anderen Reisenden. Ich bin gespannt.
Und jetzt viel Spaß und diverte-te auf Madeira!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Loading...