Als ich mich um 6:39 Uhr morgens in den Zug Richtung Österreich setze, ist mir abstrakt bewusst: An meinem Zielort in Oberlech am Arlberg liegt der Schnee noch knapp 3 Meter hoch. Ich bin auf Geschäftsreise. Mein Kunde, das Skihotel Sonnenburg, liegt auf 1.750 Metern.

Blick auf das verschneite Oberlech am Arlberg

Allerdings ging der letzte Text, den ich für ihre Website geschrieben habe, über sämtliche Sommeraktivitäten am Arlberg: Wandern über Almwiesen, Canyoning, Klettern oder Baden im Waldschwimmbad. Herrliche Bilder vor Augen, die mein Sommerkind-Herz zum Schwelgen bringen.

Also ich wäre jetzt gerne auf dieser Liege mit Blick auf die Oberlecher Alpen…

Von 500 auf 1.750 Höhenmeter in 4 Stunden

Während der Bahnfahrt geht das Flachland langsam in Hügel über. Die Berge erheben sich, während die Landschaft vorüberfliegt. Als ich St. Anton am Arlberg aussteige bin ich – im Schnee. Der Bus schlängelt sich noch weiter nach oben über den Flexenpass. Vorbei an Skiliften, Pisten und Skifahrern. Die Schneeberge werden höher. Raus aus dem Bus und rein in die Bergbahn, die mich von Lech am Arlberg hinauf nach Oberlech trägt. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel herunter. Im Schnee laufe ich von der Bergstation wenige Meter zum Hotel. In der Sonnenburg werde ich aufs Herzlichste begrüßt. Lieblingskunden halt.

Mit der Bergbahn Lech-Oberlech schwebe ich nur wenige Meter am Hotel Sonnenburg vorbei

  Das Gepäck verschwindet hinter meinem Rücken aufs Zimmer. Einmal Mittagessen auf der Sonnenterrasse, bitte. Nur im Pulli Sonne tanken. Gefällt mir!  

Ein Winterspaziergang von Lech nach Zug

Dann stapfe ich los, nach draußen in Richtung Winterwanderweg. Eine Empfehlung direkt von der Chefin des Hauses. Von Lech am Arlberg aus geht er knapp 4 Kilometer durch den Schnee. Über die Stelle, an der sich die zwei Quellbäche, der Formarinbach und der Spullerbach, zum Fluss Lech vereinen. Und weiter durch Wälder und Hügel bis zum Ort Zug.

Einer der Quellbäche des Lechs. Welcher? Hat er mir nicht verraten..
Traumhaftes Winderwandern im April

  In Zug angekommen gibts einen leckeren Rüblikuchen – ich liebe Karotten einfach in jeglicher Form – und einen guten Grüntee. Und ich stelle im Schein der schwindenden Nachmittagssonne fest: Winter im Frühjahr ist eigentlich sogar für Sommermenschen ziemlich schön.    

  Mit dem Skibus geht es wieder nach Lech zurück. (Den Busfahrer verwirrt meine Frage, ob ich ein Ticket kaufen kann. Und mich seine Antwort: Nö, der Bus ist kostenlos. Ist aber eine gute Art von Verwirrtheit, finde ich.)

Kulinarisches am Berg

Zurück im Hotel gibts eine kleine Siesta im Boxspringbett. Schlafen auf Wolken sag ich nur. Und abends ein mega leckeres 6-Gänge-Menü:    

Almsaibling mit Saiblingskaviar, Avocadocreme und Croutons
Zwiebelrostbraten mit Duchesse-Kartoffeln und Gemüse
Ein kleiner Teil des Dessert-Buffets – mehr zeige ich Dir lieber nicht, sonst wirst Du so hungrig 😉
Meine persönliche Auswahl. Und ja: Ich bin dann nochmal Nachschub holen gegangen.

  Der Rest der Reise besteht aus spannenden Gesprächen, Wellness und Texte schreiben im ganzen Hotel. Dazu immer eine Kanne großartigen Tee.  

Und das Fazit? Ich könnte mich daran gewöhnen, von einem 5-Sterne-Hotel aus zu arbeiten. Ist wie zuhause nur in groß, edel und jemand anderer macht meinen Tee und kocht mein Essen. PS: Ein Bild mit Flamingos! Erwähnte ich schon: Lieblingskunden?!